Kronen-Brauerei: Nutzen statt “Besetzen”

Die “Besetzung” der Dortmunder Kronen-Brauerei durch Kreative und andere Aktivisten stösst auf Widerstände und Kritik. Völlig zu Recht.

Wie Arnold Voss bei den ruhrbaronen schreibt , ist eine solch anchronistische Aktion in dieser Form nur sinvoll, um Aufmerksamkeit und Handlungsdruck zu erzeugen.
Dafür müssen aber jetzt der Nutzen und Potentiale des Projektes klarer herausgearbeitet werden, um die Akteure zu überzeugen.
Denn eine Win-Win Situation für alle ergibt sich nur, wenn langfristige und realistische Perspektiven aufgezeigt werden -die Zeiten, in denen Kommunen soziokulturelle Initiativen päppeln konnten, sind lang vorbei.
Umso mehr müssen heute tragfähige kulturökonomische Konzepte her,
um einen solchen Raum interessant und vermarktbar/langfristig etablierbar zu machen.

Sicher hat Stüdemann recht, wenn er sagt, eine Zwischennutzung reduziere die Vermarktungschancen einer Immobile,da sie Verkäufe blockiere und nicht genug Einnahmen für benötigte Sanierungsmassnahmen erziele. Aber hier greift er zu kurz:

Die Stadt muss gerade jetzt den kulturellen Akteuren unter die Arme greifen,
etwa mit ernstgemeinten Beratungsangeboten zur Professionalisierung und Businessplan-Erstellung.

Denn nur so ergibt sich langfristig die Perspektive einer Aufwertung des gesamten Umfelds. Und auch die durchaus ehrenwerten “Besetzer”  stehen jetzt in der Verantwortung, Konzepte zu entwickeln, die nicht nur Stadt und Verwaltung überzeugen, sondern auch alle anderen Marktteilnehmer. Und zwar im ureigenen  Interesse, ihr Projekt langfristigen zu etablieren.

Wenn ein solches Projekt letzendlich scheitern sollte, wäre es billig, die Umstände anzuklagen - vielmehr wären die Probleme beim kulturellen Produkt und seiner Vermarktung zu sehen.

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3 Responses to Kronen-Brauerei: Nutzen statt “Besetzen”

  1. Ökonom says:

    Recht haben Sie!

    Wie jedes andere Hobby verursacht nun mal “Kunst” schaffen und “Kultur” leben auch Kosten. Nur wenn man die Kreativen auch in die Verantwortung nimmt, ihr Schaffen zu erhalten, zum Beispiel durch eine geschickte Vermarktung und die Neu-Entwicklung von Ideen und Konzepten, kann man als Vertreter des gesamt-deutschen Volkes, oder in dem Fall aller Dortmunder, vertreten, die Freizeitgestaltung von einigen wenigen zu fördern.
    Sobald ein kostendeckendes, oder im besten Fall gewinnorientiertes, Konzept zur Nutzung einer leerstehenden Imobillie des sachzielfreien Allgemeinen Grundvermögens vorliegt ist es natürlich in unser aller Interesse darauf einzugehen.

    Aber bis dahin stellt es sich für mich wirklich so da, dass sich da eine Gruppe der üblichen Ewig gestrigen zusammen gefunden hat, die versuchen krampfhaft an völlig anachronistischen Handlungsschemata fest zu halten und sich der aktuellen Wirtschaftsrealität verweigern.
    Natürlich hat alles künstlerisch-kulturelle seine gesellschaftliche Berechtigung, aber in den aktuell angespannten Zeiten für ALLE staatlichen, komunalen oder auch globalen Haushalte steht die – ausschliesslich Kosten verursachende – Bedürfnisbefriedigung einiger weniger, für mich als Ökonom, natürlich nicht sehr hoch in der zu priorisierenden Liste der Dinge, die durch öffentliche Zuwendungen gefördert werden sollte.
    Denn nichts anderes wäre eine kostenfreie Nutzungsüberlassung einer Lokalität aus städtischem Eigentum.

    Mit ökonomischem Gruß
    Thilo Sanders

  2. Pingback: IFUK – Alles nur Theater | blogbird

  3. Pingback: Alexander6

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